Fünf Tage in "The Capital"

London. Weltstadt. Metropolregion. Wo das Leben in der Oxford Street pulsiert und sich drei regelmäßige Fußball-Champions-League-Teilnehmer eine einzige Stadt teilen. Wo sich das kulinarische Herz an den vorzüglichsten Speisen dieser Erde erfreuen kann und James Bond höchstpersönlich die Herzen von Abermillionen Kinobesuchern eroberte.

Da mir -anders als meinem Reisepartner und sehr guten Freund Joschka- die Ehre, „The home of the Big Ben“ zu besichtigen, bisher noch nicht zuteilgeworden und Joschka einem zweiten Besuch durchaus zugetan war, beschlossen wir, uns alsbald nach England aufzumachen.

 

Die Reisplanung begann im Januar 2022. Wir buchten die Flüge nach London und fanden über „airbnb“ eine beinahe surreal billige Bleibe im Londoner Stadtteil Paddington. Vier Tage sollte unser Aufenthalt auf der Insel andauern und wir freuten uns schon beide wie Bolle, als der Tag der Abreise endlich näher und näher rückte.

Doch kurz vor besagtem Datum wurde es noch einmal richtig zittrig. Nachdem ich Corona beinahe zwei Jahre erfolgreich umkurvt hatte, erwischte es mich doch tatsächlich zehn Tage vor Reisebeginn. Bedenkt man, dass die durchschnittliche Erkrankungsdauer mit dem tückischen Virus elf Tage beträgt und mitunter auch länger andauern kann, stand unsere Reise, auf welche wir uns beide so lange gefreut hatten, jetzt doch tatsächlich gehörig auf der Kippe.

Zu den damals geltenden Regularien: Nach sieben Tagen ab Symptombeginn war es möglich, sich mittels eines zertifizierten negativen Testes aus der Quarantäne zu begeben, wobei angemerkt werden muss, dass sich im Falle eines dann erneut positiven Testes die Quarantänedauer um noch nochmals drei Tage verlängern würde. Ziemlich vertrackte Kiste war das also…

Während mir also allmählich gehörig die Knie zu schlottern begannen, blieb Joschka hingegen auch nach dieser eher unguten Nachricht stets zuversichtlich und prognostizierte, dass das mit der rechtzeitigen Genesung zwar eine enge Kiste werden, aber letztlich doch klappen würde. Und- ich staunte nicht schlecht-, aber genau so kam es auch:

Am 23.02.22 um 9: 12 Uhr- dem Tag vor unserer geplanten Abreise- bestätigte mir das bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, dass ich nun nicht mehr ansteckend und mithin fit für die Insel war. Die Freude kannte folglich keine Grenzen. Es würde also tatsächlich hinhauen mit dem geplanten Trip nach London.

Great!

Nachdem das Organisatorische, das aus einem Friseurbesuch und Geldumtauschen (Junge, Junge sehen britische Pfund reizend aus) bestand, abgehandelt und der Reisekoffer ordentlich mit der notwendigen Wäsche beladen (oder viel mehr beknüllt) war, konnte man sich nun also endlich auf die Hauptstadt Englands freuen. Doch offensichtlich war unser Nervenkostüm noch nicht genug strapaziert worden. So ereignete sich in den frühen Morgenstunden unseres Abreisetages ein regelrechter Nervenkrimi, bei dem lange offenblieb, ob wir den geplanten Flug noch erreichen würden. Zuerst fiel bei Joschka der gebuchte Zug aus, dann verspätete sich der stattdessen gewählte derart, dass mich, der ich schon am größten Flughafen der Bundesrepublik verweilte, nicht einmal ein wohlschmeckender „Espresso doppio“ beruhigen konnte. (Was er sonst immer vermochte)

Doch auch hier war uns das Glück alles in allem erneut hold und so war es einer medaillenwürdigen Sprintleistung meines Freundes sowie dem gerade noch rechtzeitig eintreffenden Regional-Express zu verdanken, dass uns das Schicksal am Frankfurter Flughafen tatsächlich doch noch rechtzeitig zusammenführte. Wir erreichten also gerade noch unseren Flieger.

Als dann schließlich der Gurt festgeschnallt und die Maschine in die Lüfte entschwebt war, konnten wir endlich aufatmen und uns auf die bevorstehenden Tage in einer der aufregendsten Städte der Welt freuen.

 

 

Wir kamen am Flughafen „London Stanstead Airport“ an, wo ich mir mittels meines passablen Englisch (Sorry, I have got it only so) mit zwanzig Pfund noch schnell eine Wasserflasche besorgte, ehe es per Bus weiter nach „London City“ und dann per U-Bahn weiter nach Paddington ging, wo sich unsere Unterkunft befand. (Dieses haben wir im Übrigen für relativ kleines Geld gebucht, 4 Nächte kosteten uns 150 Euro pro Person, was für London definitiv mehr als in Ordnung ist)

Erschöpft und müde in unserem Appartement in Paddington angelangt, beschlossen wir zunächst, mithilfe eines etwas länger als gewöhnlich andauernden „Power-Naps“ die Reisestrapazen hinter uns zu lassen und gänzlich anzukommen.

Unseren ersten Abend verbrachten wir dann in einem sehr empfehlenswerten libanesischen Restaurant im Stadtteil Paddington und mit einer kleinen Erkundung unserer näheren Umgebung.

Dabei beließen wir es jedoch, was angesichts eines ziemlich vollgepackten nächsten Tages auch nicht weiter schlimm war.

Fazit für den ersten Tag: Nervenkrimi mit gutem Ausgang!

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Für den zweiten Tag unserer Reise hatten wir uns ebenfalls Großes vorgenommen. Unser erstes Etappenziel war dabei der allseits bekannte Camden Market. Hier staunten wir nicht schlecht, als wir mit der U-Bahn die Haltestelle Camden Town erreichten. Wir wurden mit offenen Armen, guter Musik sowie einem Markt empfangen, den es in dieser Form in Deutschland sicherlich nicht gibt. Köstlichkeiten aus aller Welt lockten uns mit verführerischen Gerüchen. Das modische Herz schlug bei all den vorhandenen Vintage-Stores in schwindelerregende Big Ben-Höhe und auch die Besucher des Marktes waren, um es prägnant auf den Punkt zu bringen, einfach nur total entspannt drauf.

Mein Reisebegleiter, ein Modeliebhaber vor dem Herrn, durchforstete voller Begeisterung die zahlreichen Vintage-Stores, in denen man tatsächlich für ziemlich kleines Geld ziemlich große Schnapper machen konnte. Als schließlich auch der Camden Market von unserer To-Do-Liste abgehakt werden konnte und wir auf dem Rückweg noch einmal das unverwechselbare Flair dieses wunderbaren Stadtteiles einatmen durften, ging es für uns nach einem kurzen Zwischenstopp in unserer Bleibe in Paddington gegen frühen Abend weiter in den imposanten Stadtbezirk City of Westminster.